YODA on Tour
Danzig-Tour 2026
Danzig-Tour 2026
Wir starten um 17:45 Uhr, wohlwissend, dass wir in den Feierabendverkehr fahren. Dennoch, wir haben ja Zeit und wollen heute "nur" bis Hannover.
Auf geht's, noch läuft es.
Wir kommen relativ gut durch, selbst Heumarer Dreieck und Kreuz Leverkusen ging flüssig durch. Um 19:45 Uhr kommt der Hunger, wir machen Rast.
Ziel erreicht, es ist 22:30 Uhr, wir mussten den Stellplatz erst suchen, die Beschilderung war schlecht.
Schöner Stellplatz, trotz Stadtlage recht ruhig, 18 € pro Nacht all inklusive fanden wir auch ok.
Wir haben gut geschlafen und sind für unsere Verhältnisse echt früh.
Um 09:00 Uhr machen wir uns auf die Bahn, wir wollen heute bis nach Posen, das sind mal mindestens 530 km (ohne Verfahren und diverse Zwischenstops).
Wir brauchen für die ersten 130 km 2,5 Stunden. das war also nix mit Ankunftszeit zum Kaffee. Wir sind erst um 15:00 Uhr an der polnischen Grenze, werden dort natürlich auf die Seitenspur gewunken, warum auch immer. Mit dem digitalen Fahrzeugschein konnten die polnischen Zöllner auch nix anfangen. Knappe Viertelstunde Aufenthalt, dann ging es weiter.
Wir verlassen die A2 und wechseln auf die B92, weil dort wollten wir doch die große Christusstatue sehen (danke, Pawel, für den Tip, hat sich wirklich gelohnt).
17:00 Uhr, Tina wäre ja gerne noch bis oben hin gelaufen, aber die Zeit ist uns zu knapp, wir haben immer noch gut 100 km bis Posen.
Noch ein paar Fakten: die Christusstatue in Swiebodzin, wurde 2010 fertiggestellt. Die Statue ist insgesamt 52,5 Meter hoch, wovon die Figur 33 Meter und die Krone 2 Meter hoch ist, Spannweite 24 Meter. Die Konstruktion wiegt etwa 440 Tonnen und hier bekommen wir und Yoda den Segen.
Wir sind um 18:30 Uhr an unserem Zielort, Camping Malta in Posen. Eine große Anlage am Maltasee mit Hotel, Ferienhäusern und Campingplatz.
Wir haben nicht reserviert und freuen uns, dass die Ampel grün ist. Sehr freundliche Bedienung an der Rezeption, wir können uns einen Stellplatz aussuchen.
Sehr schöne Anlage.
Sanitärhaus mit allem, was man braucht.
Unsere Strecke bis nach Posen, insgesamt 860 km. Wir stellen fest, dass wir die Strecke bis nach Berlin fast genauso mit dem Fahrrad schon gefahren sind.
So, die Sonne ist mit uns. Wir nutzen den ÖPNV in Posen, der übrigens bestens funktioniert und mit rund 1,25 € pro Fahrt aus unserem Blickwinkel wirklich preiswert ist.
Wir müssen 9 Stationen weiter, offensichtlich sind wir doch relativ weit von der Altstadt entfernt. Uns fällt auf, dass es viele, regelmäßige Kontrollen in den Bahnen gibt.
Der erste Blick beim Verlassen der Bahn an der Haltestelle im Altstadtzentrum. Alte, aber scheinbar wenig durch Kriege zerstörte Häuser.
Wir laufen rund 300 Meter zum Alten Marktplatz und gehen natürlich vorher zur Touristeninformation, denn Gregor braucht einen Sticker (oder auch zwei).
Blick auf den Alten Markt ...
... mit dem Rathaus. Auf der Rathausuhr zeigen sich täglich zur Mittagszeit zwei Ziegenböcke. Das Gebäude gilt als eines der schönsten und ältesten Renaissance-Gebäude in Polen.
Wir laufen zum Dom und überqueren dabei das kleine Flüsschen Warta.
Der Posener Dom , offiziell die Erzkathedralbasilika St. Peter und Paul, ist eine der älesten Kirchen in Polen (gotischer Stil).
Natürlich gehen wir rein.
Der Dom steht (etwas abseits des Zentrums) auf der Dominsel.
Vom Dom aus laufen wir zur nächsten Bushaltesatelle und fahren zu Tina's nächstem Ziel, dem Zitadellenpark. Eine schöne große Grünanlage am Stadtrand von Posen mit viel militärischem alten Gebäudebestand.
Es ist Mittagszeit und der kleine Hunger kommt. Kuchen können die Polen wirklich supergut.
Ja, das war das Ziel im Zitadellenpark, eine kopflose Metallskulpturenlandschaft.
112 Figuren. Nach 2 Stunden im Park bewegen wir uns (wieder mit ÖPNV) auf die gegenüberliegende Seite der Stadt ...
... zum kaiserlichen Schloß, welches heute u. a. ein Kulturzentrum und ein großes Kino beherbergt. Gebaut für Kaiser Wilhem II. von 1905 bis 1913. Während der deutschen Besetzung ab 1939 wurde es zur "Führerresidenz" umgebaut.
Mahnmal zur Unabhängigkeit Polens ab 1989. Es erinnert u. a. an den Arbeiteraufstand im Juni 1956. Die Jahreszahlen weisen auf die anitkommunistischen Proteste in Polen hin.
Hinter dem Mahnmal finden wir einen sehr schön angelegten Brunnen mit Fontäne, dahinter das große Theater- und Opernhaus.
Wir laufen noch ein bisschen herum und werfen einen Blick in den Garten des kaiserlichen Schlosses. Langsam wird die Stadt voll, wir machen uns um 14:30 Uhr wieder auf den Rückweg.
ÖPNV klappt wieder gut, wir sind um 15:00 Uhr zurück am Camppingplatz. Die Neugierde treibt uns hinter die Hotelanlage an den Maltasee. Hier findet aktuell und wohl auch regelmäßig ein Kajak-Wettbewerb statt, wir sehen auch eine Kommunionsgesellschaft. Ja, feiern können die Polen.
Kaffeezeit am Yoda, und 3 neue Sticker.
Jetzt aber erst einmal Bilder sichern und Tagebuch schreiben. Dazu sind wir bis jetzt nicht gekommen. Wir freuen uns über das gute Wetter und Temperaturen um die 18 Grad.
Wenn die Sonne weggeht, braucht man doch eine Jacke, aber das ist ja für die Jahreszeit auch ok. Unser Fazit von Posen, eine schöne und gepflegte Stadt, für deutsche Verhältnisse günstige Preise (wir haben gestern für 1,65 €/l getankt), aber mehr als einen Tag brauchten wir hier nicht.
Die Wetteraussichten sind sehr gut.
Wir sind mal wieder (für unsere Verhältnisse) früh unterwegs. Um 10:15 Uhr ist alles getan (frisches Wasser, Grauwasser ablassen, Toilette frisch) und wir haben auch bezahlt. 360 PLN für zwei Nächte fanden wir dann doch teuer, gleichwohl die Anlage sehr schön war. Umgerechnet rund 90 € für zwei Nächte.
Gut 290 km sind es bis nach Marlbork. Wir genießen die freie Fahrt über perfekte Autobahnen und stellen uns wieder einmal die Frage, warum wir das in Deutschland nicht hinbekommen. Auch die Maut von rund 3,50 € fanden wir erschwinglich.
Ja, und wir stellen auch fest, es gibt nur wenige polnische Camper und wenn uns dann einer begegnet, dann schon extravagant.
Mit zwei kleinen Pausen sind wir um 14:00 Uhr rund 20 km vor Marlbork.
So, da kann man jetzt nicht meckern, Blick auf die Festung, 240 PLN (rund 60 €) für zwei Nächte inklusive Strom, bestes Wetter und freie Platzwahl. Geht doch!
Gregor hatte noch kein Mittag, ganz schlecht. Also, kleine, schnelle Küche, die satt macht.
Wir machen Siesta in der Sonne, direkt am See. Feine Sache.
Um 17:00 Uhr ist genug mit Siesta, wir wollen uns nun doch noch etwas bewegen und gehen erst einmal die Anlage ab. Wir müssen ja schließlich wissen, wo es was gibt. Zweckmäßig, relativ sauber, wir sind zufrieden.
Wir umrunden den kleinen See und blicken auf Yoda. Die Siegburger Kollegen neben uns mögen es wohl kuschelig. Erstaunlich, bei einem solchen Platzangebot, aber nun gut.
Wow, das ist mal eine Festung, Blick von der Brücke.
Der Burgherr muss nach Hause telefonieren - alles Gute zum Muttertag.
Wir laufen bis zum Ticket Shop, um uns bestätigten zu lassen, dass morgen (immer Montags) der Eintritt grundsätzlich frei ist. Allerdings kann man nicht in die Gebäude rein. Wollen wir aber auch nicht, uns interessiert mehr das Drumherum.
Ja, so sah sie nach dem zweiten Weltkrieg aus. Übrigens, die Burg wurde natürlich von Deutschen (zu militärischen Zwecken, was auch sonst) gebaut und dann wieder zerstört. Was ein Wahnsinn.
Ok, Auftrag an Christian, Erwachsenen-Schaukel für den Garten.
Neue Suchtserie, die uns derzeit abends begleitet. Aber jetzt (19:30 Uhr) gibts ersteinmal was vom Grill!
Ene unruhige Nacht mit viel Wind, der an der Markisse zerrte und offenbar ist die Straße vor der Burg die inoffizielle Rennstrecke für die vielen Schumachers in Polen.
10:00 Uhr, das schöne Wetter und die Neugierde auf die Burg treiben uns auf Schusters Rappen in die Stadt. Wir laufen zunächst bis zur Brücke, die in die Innenstadt führt, um dann von vorne an die Burg heranzukommen.
In der Stadt finden wir eine Miniaturansicht der gesamten Anlage. Gregor war nun eigentlich fertig mit der Besichtigung.
Auf zum Ticket-Shop, auch wenn der Eintritt frei ist, benötigen wir ein Ticket, damit ...
... wir dann einen Audi-Guide in Deutsch erhalten (der übrigens auch umsonst ist, was uns beeindruckt).
Eine angenehme Stimme berichtet über die Entstehungsgeschichte der Burg, die Mitte des 13. Jahrhunderts ihre Anfänge findet, erbaut wurde es von den Hochmeistern des Deutschen Ordens, für die es dann auch der Hauptsitz war. Wir lernen, dass das Fundament 3 Meter dick ist und aus Granitsteinen gebaut wurde. Erst danach begann man, die Mauern aus Backstein, ebenfalls 3 Meter dick, hoch zu bauen.
Die Burganlage besteht aus einer Vorburg, dem Mittelschloss und dem Hochschloss. Wir laufen über die erste Brücke, die die Vorburg mit dem Mittelschloss verbindet.
Der Hofplatz vor dem Hauptschloss, zur Linken die Wirtschaftsgebäude, zur Rechten die Remter (große Sääle, in denen die Festlichkeiten der Hochmeister stattfanden).
Vier namhafte Hochmeister, die die Burg im Namen des Deutschen Ordens betrieben. Von links: Hermann von Saltza, Winrich von Kniprode, Siegfried von Feuchtwangen und Albrecht von Brandenburg.
Wir laufen durch den mittleren Burggraben (der ursprünglich mit Wasser gefüllt war) in den Rosengarten und dann weiter ...
... in das Hauptschloss mit der Marienkirche. In der Mitte des Kirchenplatzes steht der Wasserbrunnen mit dem symbolischen Pelikan (die Sage lehrt, dass der Pelikan seine Jungen solange mit dem eigenen Blut füttert, bis dass er stirbt), Hat uns nicht überzeugt - sieht aber toll aus. Wir laufen durch den Kreuzgang und finden am Ende ...
... den Toilettenraum - Gott sein Dank, es war wirklich nötig.
Früher nahm man Kohlblätter als Klopapier, wenn das mal nicht nachhaltig ist.
Der Weg führt uns weiter durch einen der Museums-Shops und dann ...
... erneut in die innere Grabenanlage der Festung. Nach der Besichtigung verstehen wir, warum diese Burg als uneinnehmbar galt und immer noch gilt. Ein Meisterwerk der gotischen Baukunst.
Um 13:30 Uhr laufen wir über die erste Brücke (die wir gestern schon gelaufen sind) zurück, denn wir wollten in der flußnahen Taverne Mittag essen. Haben wir dann auch getan, Tina probiert die polnischen Teigtaschen mit Fleischfüllung (Pierogi) und Gregor nimmt den Rindergulasch. Wir zahlen für alles zusammen umgerechnet 28 € und finden das preiswert. Lecker war es auch.
So, damit sind die langen Winterabende (wenn sie kommen) auch gefüllt. 1000 Teile-Puzzle.
Hat seinen Teller nicht leer gegessen - Strafe muss sein.
Um 15:00 Uhr sind wir in Richtung Campingplatz unterwegs. Die Wettervorhersage lässt nichts Gutes hoffen. Der angekündigte, starke Wind hat schon eingesetzt. In weiser Voraussicht haben wir die Markise eingeholt.
Hach, da war ja noch was. Sticker Nr. 4.
Die Marienburg ist auf jeden Fall ein Besuch wert - hat uns sehr gut gefallen.
Aha, die Eisheiligen kündigen sich an. Der Regen ist allerdings blöd. Gregor macht schon am frühen Morgen Stress. Tina ist noch beim Spülen, da fährt er schon los ....
Wir starten um 09:25 und fahren den nächsten Lidl an, Wasser, Brot und ein bisschen was Süßes. Wir planen spontan eine andere Reiseroute. Wir fahren ins Landesinnere, leichter Regen setzt ein, das Thermometer zeigt nur noch 10 Grad.
Wir besuchen die Stadt Ilawa, einst Deutsch-Eylau. Hier kommen Gregors Ur-Urgroßeltern mütterlicherseits her. Wir sind überrascht über die Größe der Stadt, die an dem längsten See Polens, dem Jeziorak-See, liegt. Es waren nur knapp 80 km, aber heute lernen wir die absolut schlechten Straßen von Polen kennen. Wir brauchen fast 2 Stunden, da in großen Teilen maximal 50 km/h möglich waren.
Wir parken an der Seepromenade und laufen wieder zu dem Rathaus hoch (siehe Bild vorher). Unter anderem ist die Stadt Herborn eine der Partnerstädte von Ilawa.
Ja, wir haben jetzt rund 1.250 km seit unserer Abfahrt hinter uns gebracht.
Na, wie schön, direkt am Rathaus finden wir die Touristeninformation und werden sehr nett und gut informiert. Wir finden natürlich auch einen Sticker.
Wir folgen dem Tip und fahren zu einer alten Burgruine ca. 11 km von Ilawa entfernt. Na, wer hat diese wohl gebaut? Natürlich der Deutsche Orden (wie auch Marienberg). Dies ist die Ruine der Burg Schönberg, erbaut im 14. Jahrhundert. Leider ist sie momentan abgesperrt, da sie restauriert wird. Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Burg von der Roten Armee zu großenTeilen zersprengt.
Wir treffen Marek, einen Einheimischen, der mit uns um die Burg herumläuft und uns ein bisschen was auf polnisch-deutsch erzählt. Wir machen uns um 12:30 Uhr auf den Weg Richtung Danzig. 145 km sagt das Navi.
Wir quälen uns die ersten knapp 50 km wieder über unsagbar schlechte inländische Straßen, bis dass wir auf die Autobahn kommen, die nächsten 100 km laufen dann gut, kurz vor Danzig hört auch der Regen auf und als Gregor wieder wach wird (14:30 Uhr) steht Tina mitten in der Altstadt (nach Verhandlung mit dem Parkwächter) auf einem PKW-Parkpatz (musste mit der Anhängerkupplung ein bisschen Platz in der kleinen Mauer machen). Der Parkplatzwächter gewährt uns maximal eine Stunde. Sollte reichen für ...
... einen kurzen Abstecher ins Hard Rock Café. Gregor hat Hunger und wir wissen nicht, ob wir die nächsten zwei Tage noch dazu kommen.
Ja, wir haben lecker gegessen und auch noch Beute gemacht. Leider dauerte das mit dem Essen etwas länger, so dass wir die zugesagte Stunde Parkdauer nicht einhalten konnten, war halt ein bisschen länger, Zloti heilen ...
Von der Altstadt zum Campping Platz Stogi, knapp 10 km, wir erreichen den Platz um 16:45 Uhr (auch in Danzig gibt es den Feierabendverkehr), Hier hatten wir reserviert. Sehr nette Menschen an der Rezeption, wir können uns den Platz aussuchen. Wir stehen auf Platz 39 und zahlen 105 € für drei Nächte all inklusive.
Tja, und so sieht die Trittstufe nach 100 km Inlandsfahrt auf polnischen Straßen bei Regen aus. Gregor ist not amused.
Großzügige Parzellen, Sanitärhaus sehr schön und sauber.
Sticker aus Deutsch-Eylau (Ilawa) und vom Campingplatz.
Wir haben nun 1.408 km insgesamt bis nach Danzig hinter uns gebracht; sind doch beeindruckt von der Weite und Grüne des Landes, viel Wald-, Acker- und Wiesenflächen, wenig Autoverkehr auf den Landstraßen (nicht verwunderlich bei den Straßenbedingungen); dünn besiedelt außerhalb der Großsstädte; wir sehen viele große landwirtschaftliche Anwesen, die aber leer stehen. Der Begriff "Landflucht" bekommt für uns noch einmal eine neue Bedeutung.
Das Sanitärhaus, nicht sehr groß, gemessen an der Anzahl der Stellplätze, aber beheizt und sehr sauber.
Spülen und Waschen (wenn man es braucht) im Freien, ist auch ok.
10:00 Uhr, der Wind ist frisch, aber es regnet nicht (entgegen der Vorhersage). Wir starten unseren ersten Tag in Danzig mit dem kostenlosen (!) Bus, der uns bis in die Stadt bringt.
Wir müssen noch einmal umsteigen, jetzt brauchen wir ein Ticket. Kein Problem, zahlen mit Karte geht in jedem Bus (warum klappt das überall, nur bei uns nicht?). Wir laufen das letzte Stück zu Fuß zu einem der vielen Häfen in Danzig.
Schon erstaunlich, was man aus Schrott alles machen kann. Erinnert so ein bisschen an den Terminator.
Punkt zwölf kommt unser kleiner Privatbus, der uns in der nächsten Stunde durch Danzig fährt. Der Reiseführer Christoph weiß unglaublich viel, spricht sehr gut (aber auch sehr schnell) Deutsch und berichtet von der Geschichte der Stadt.
Zu Beginn der Tour sind wir die ersten 30 Minuten noch zu siebt, dann haben wir Bus und Stadtführer für uns alleine.
Nach 1,5 Stunden verabschieden wir uns von Christoph, es hat einmal kurz, aber heftig geregnet (wir saßen ja aber trocken) und nach dem geführten Überblick wissen wir, was wir heute noch einmal zu Fuß ablaufen wollen. Zunächst der Neptunbrunnen in mitten der Stadt.
Danzig ist ein tolle Stadt mit vielen sehenswerten Gebäuden, vorwiegend im alten Ziegelbau, der aber ja gar nicht so alt ist, sondern immer wieder nach diversen Kriegen neu aufgebaut wurde. Wir blicken auf das Rechtsstädtische Rathaus hinter dem Neptunbrunnen, der Platz vor dem Rathaus ist bekannt als Langer Markt und einer der wichtigsten Orte in Danzig.
Wir laufen zum bekannten Kranentor, die Geschichte darüber kann man nachlesen.
Das alte traditionelle Schiff fährt bis zur Westerplatte, schaffen wir heute nicht mehr.
Von außen schon sehr beeindruckend, aber noch viel interessanter ....
... die Technik für den Betrieb. Menschenhohe "Hamsterräder", in welchen bis zu 4 Personen (pro Rad) liefen und damit in einer Stunde zwei Tonnen Korn verladen konnten.
Wir laufen weiter zur Marienkirche, die als eine der größten Backsteinkirchen der Welt gilt und bis zu 25.000 Menschen fassen kann. Sie ist 106 Meter lang und das Kirchenschiff ist 40 Meter hoch.
Sehr beeindruckend, schlicht schön.
Es reizt uns, wir wollen auf den Aussichtsturm, 409 Stufen. Tut uns bestimmt gut.
Die ersten 150 Stufen erstrecken sich über eine äußerst enge Steinwendeltreppe, dann wir es leichter, wir können entspannt die Betontreppe bis oben auf die Aussichtsplattform laufen.
Und es lohnt sich, wir überblicken die gesamte Stadt.
Sieht doch wirklich schön aus, oder?
Der Wind war schon stramm und vor dem Abstieg gönnen wir uns eine kurze Pause.
Wir laufen weiter durch die Stadt und sehen unglaublich viele, schöne Gebäude, hier das Große Zeughaus, welches ursprünglich (1609) als Waffenarsenal diente, heute befindet sich darin die Akademie der Schönen Künste (recht so).
Um 15:30 Uhr drängt uns der Kaffedurst und die Kälte in ein Cafe, welches früher eine Maß-Schneiderei war. Warmer Apfelkuchen mit Vanilleeis und Schlagsahne - sehr lecker.
Gut gestärkt laufen wir weiter zu den Markthallen (1896 erbaut), die leider zurzeit wegen Renovierung geschlossen sind.
Auch hier waren wir schon mit unserem Reiseführer, das Alte Müllergewerkshaus mit dem Turm der St. Katharinenkirche im Hintergrund.
Wie überall auch hier hunderte von Schlössern am Brückengeländer.
Wir machen den Abschluss am sehr beeindruckenden Bahnhofsgebäude, welches erst kürzlich renoviert wurde. Das Gebäude wurde ursprünglich 1896 bis 1900 im Stil der Neurenaissance erbaut. Der Turm misst 48 Meter Höhe.
Um 16:45 Uhr sind wir wieder am Campingplatz, und freuen uns, dass wir den Regenschirm nicht brauchten.
2. Besichtigungstag in Danzig, das Wetter soll mitspielen, dennoch haben wir den Regenschirm dabei.
Bevor wir wieder den Bus in die Stadt nehmen, wollten wir doch zumindest einmal an den Strand. Wir haben noch etwas Zeit, es ist trocken, also los.
Der Plaza Stogi, im Sommer mit Sicherheit eine gute Adresse mit unmittelbarer Strandnähe.
Der Wind pfeifft heftig, dennoch sehen wir Angler in Neoprenanzügen durch das offensichtlich flache Wasser laufen. Nun gut, zum Baden aber definitiv (noch) zu kalt.
Wir nehmen wieder den kostenfreien T8, steigen dann um in die nächste Linie zum Plac Solidarnocsz. Hier waren wir auch gestern schon mit unserem Guide, aber wir hatten keine Zeit, uns alles anzuschauen. Ist schon ein geschichtsträchtiger Platz, in dem Rost-Gebäude im Hintergrund hat Lech Walesa auch heute noch sein Büro.
Der Eingang zur Werft am Solidaritätsplatz.
Zum Gedenken an die vielen Revolutionen. Wir haben gestern gelernt, dass die entscheidende Revolution nicht 1980, sondern 10 Jahre früher war.
Wir haben für heute eine Schiffstour auf Danzigs Wasserstraßen gebucht. Zum Glück bricht der Himmel auf und die Sonne kommt raus.
Es starten 5 Boote gleichzeitig.
Wir erleben die Stadt von der Wasserseite aus, hier fahren wir auf das Kranentor zu.
Vom Wasser aus lassen sich die vielen Türme der ehemaligen Stadtmauer noch einmal viel besser ausmachen.
Echt beeindruckend.
Wir erfahren von unserem Guide, dass Danzig in den letzten 10 Jahren um rund 20% gewachsen ist. Überall werden vorwiegend Wohnungen gebaut. Die Bevölkerung ist jung und braucht Platz. Ist aber nichts für den Normalverdiener. Viele Wohnungen werden auch von ausländischen Investoren gekauft und über Kurzzeitmietverträge (an Touristen) dem Wohnungsmarkt der Bevölkerung entzogen (kennen wir doch irgendwo her).
Ein weiterer Trend in Danzig, Hausboote anstelle von Hotels oder Ferienwohnungen, sind wohl sehr beliebt und in der Zeit von Ende Mai bis Anfang Oktober nahezu ausgebucht.
Unsere Fahrt dauert fast 1,5 Stunden, aber wir kommen im Trockenen an und haben es wirklich genossen. Allerdings zieht sich der Himmel dahinten ganz schön zu.
1 Minute vor dem starken Regen schaffen wir es in die riesige Food-Hall, die eigens für das neu gebaute Wohnviertel errichtet wurde. Hier gibt es einfach alles zu zivilen Preisen. Wir entscheiden uns heute für Nudeln.
Gregor stellt sich der Herausforderungen (aber nur fürs Bild).
Der Regen hat aufgehört, es ist kurz vor 15 Uhr, wir beschließen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch bis zur Westerplatte zu fahren, Eine gute dreiviertel Stunde sitzen wir im Bus (in der Zeit regnet es in Strömen) und durchfahren das komplette Hafengelände. Das war schon mal ein Erlebnis für sich. Wir haben noch nie so viele Lastwagen auf einmal gesehen.
Wir steigen aus dem Bus und siehe da, die Sonne kommt raus.
Es ist Kaffeezeit, die genießen wir im Café des Museums Westerplatte.
Und nur für uns zeigt sich am Panoramafenster ein wunderschöner Regenbogen.
Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg und laufen die Sight-Seeing Strecke ab.
Hier begann also am 01. September 1939 um 04:45 Uhr der zweite Weltkrieg. Auch wenn unsere Generation da "keine Karten drin hatte", macht es einen schon sehr traurig. Und mal ganz ehrlich, Tina würde das alte Gerümpel wegräumen.
Zum Gedenken an die ersten 8 polnischen Soldaten, die hier in dieser Nacht durch den Überraschungskrieg ihr Leben verloren, ist ein Friedhof für diese angelegt worden.
Wir laufen die gut 1,5 km bis zum Mahnmal (Sonne scheint immer noch).
Das Westerplatte-Denkmal: 1966 zu Ehren der polnischen Verteiger der Westerplatte zu Beginn des Zweiten Weltrkiegs errichtet. Der monumentale Pfeiler ist 25 Meter hoch und besteht aus 36 Granitblöcken.
Wir wachen durch den Regen auf, der stört uns aber heute nicht, den heute steht nur die Fahrt nach Stettin an.
Das wäre ja mal gut, denn am Samstag wollen wir uns die Stadt anschauen.
Wir müssen um 10 Uhr vom Platz, das übliche Procedere. Dann geht es auf die Bahn, Nach Lidl und Tankstelle (wir tanken für 1,77 €/l) sind wir um 10:50 Uhr auf der absolut freien Autobahn, die allerdings dann rund 40 km lang gesperrt ist, wir müssen auf die Landstraßen ausweichen. Hin und wieder regnet es, kurzer Stop für Mittagessen und nach 6 Stunden und 385 km sind wir an der Marina von Stettin.
Es ist die einzige Möglichkeit, mit dem Camper zu übernachten. Die Zufahrt ist (wie schon in den Rezensionen beschrieben) wirklich etwas gruselig. Die "Rezeption" auch, der Platzwart durchaus freundlich. Wir zahlen 150 PLN pro Nacht, das ist schon ordentlich, aber nun ja, so ist das mit den Monopolen.
Das Sanitärgebäude. Es gibt sicherlich bessere.
Dafür stehen wir direkt am Wasser, mit zwei Campern aus Finnland.
Und das ist dann auch sehr schön.
Gregor läuft ein bisschen um den See und siehe da ...
... nach der nächsten Kurve ein schöner Strand, die Einheimischen feiern, was auch immer.
Wir beenden den Tag mit einem schönen Sonnenuntergang.
Eine ruhige Nacht, wir haben gut geschlafen und sind gespannt auf Stettin.
Ja, es gibt bessere. Wenn gleich die Wassermenge Verbesserungspotential hat, die Wassertemperatur ist super.
Wir laufen rund 15 Minuten zur nächsten Bushaltestelle, wir wollen in die Stadt. Tagessticket für eine Person 3,50 € ist ok. Wir nehmen den Schnellbus C.
Der Bus umrundet in knapp 20 Minuten den Hafen und bringt uns in die Innenstadt. Wir bemerken schon bei der Busfahrt im Zentrum, dass alles sehr weitläufig ist. Wir marschieren los zum Königstor. Ein Überbleibsel der Festung Stettins mit Mars, Herkules und anderen Kriegstrophäen. In dem Tor ist ein Café, das aber leider noch zu hat.
Wir laufen weiter zur Jakobs-Kathedrale, die neben dem Dom zu Cammin eine der größten Kirchen Pommerns ist. Sie diente bis 1945 der evangelischen Kirchengemeinde Stettins, wurde dann nach Kriegsende unter der Administration der Volksrebpublik Polens enteignet und wird seit der Vertreibung der einheimischen Bevölkerung von der polnisch-römischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt. Der Bau beeindruckt schon von außen.
Von innen auch, aber aus Prinzip zahlen wir keinen Eintritt für die Besichtigung einer Kirche, insofern nur ein Photo vom Eingang. Eigentlich wollten wir auch auf den Aussichtsturm (der hat einen Aufzug), aber nicht gegen Gebühr.
Unser nächstes Ziel ist das Schloss des Pommerschen Herzöge.
Die Anlage hat 9 Eingänge, wir nehmen den ersten, den wir finden (Eintritt frei).
Die ehemalige Residenz der Herzöge von Pommern und Stettin in Miniaturformat.
Yes, da wollen wir hoch, auch wenn es keinen Aufzug gibt. Sind nur 200 Stufen, allerdings dürfen immer nur maximal 8 Personen oben sein. Wir müssen schon recht lange warten.
Wir steigen auf, schon eine Herausforderung für Tina, ab Stufe 85 war die Eisentreppe offen (mit Blick nach unten). Die auf jeder Etage gespannten Netze werden wohl halten.
Und auch dieser Aufstieg lohnt sich.
Der Blick über die Stadt ist toll, wir haben allerdings auch gutes Wetter.
Wir laufen noch etwas durch die Anlage, um dann in Richtung Hakenterrassen zu gehen. Wie der Zufall es will, findet entlang der Promenade ein riesengroßer Blumen- und Pflanzenmarkt statt. Es wird viel gekauft. Nach unserer Einschätzung sind die Preise ähnlich (teuer) wie in Deutschland, wir machen kein Schnäppchen.
Wir stehen unterhalb der 500 Meter langen Hakenterrasse und blicken auf das Museum. Die am westlichen Ufer der Oder gelegene Anlage entstand zwischen 1900 und 1914 und wurde nach dem langjährigen Oberbürgermeister Hermann Haken benannt.
Immer noch an der Hakenterrasse mit Blick auf das Regierungsgebäude.
Am Ende der Terrasse angelangt laufen wir in Richtung Wasser, um von dort aus die Straßenbahn zu nehmen. Unser nächstes Ziel ...
... der Heumarkt (ja, es gibt ihn nicht nur in Köln) bzw. Rynek Sienny. Der Platz gilt als Mittelpunkt der historischen Altstadt und wurde im 13. Jahrhundert angelegt (so wirken die Pflastersteine auch). Der Name leitet sich in der Tat von dem Heuhandel ab, der hier stattfand.
Um 15:00 Uhr sind wir fertig mit unserer Sightseeing-Tour durch Stettin. Wir sehen auf unserem Rückweg zur Bushaltestelle noch das Alte Rathaus, welches sich ebenfalls am Heumarkt befindet. Das Gebäude gilt als ein bedeutendes Beispiel für Backsteingotik. Gefällt uns.
Pünktlich zur Kaffeezeit sind wir zurück am Yoda. Mehr als einen Tag brauchen wir hier in der Stadt nicht, aber wir bleiben noch bis morgen früh.
Sticker Nr. 7.
Spontane Planänderung: Wir fahren in Richtung Lübeck.