YODA on Tour
Frühjahrstour Polen 2026
Teil 2
Frühjahrstour Polen 2026
Teil 2
2. Besichtigungstag in Danzig, das Wetter soll mitspielen, dennoch haben wir den Regenschirm dabei.
Bevor wir wieder den Bus in die Stadt nehmen, wollten wir doch zumindest einmal an den Strand. Wir haben noch etwas Zeit, es ist trocken, also los.
Der Plaza Stogi, im Sommer mit Sicherheit eine gute Adresse mit unmittelbarer Strandnähe.
Der Wind pfeifft heftig, dennoch sehen wir Angler in Neoprenanzügen durch das offensichtlich flache Wasser laufen. Nun gut, zum Baden aber definitiv (noch) zu kalt.
Wir nehmen wieder den kostenfreien T8, steigen dann um in die nächste Linie zum Plac Solidarnocsz. Hier waren wir auch gestern schon mit unserem Guide, aber wir hatten keine Zeit, uns alles anzuschauen. Ist schon ein geschichtsträchtiger Platz, in dem Rost-Gebäude im Hintergrund hat Lech Walesa auch heute noch sein Büro.
Der Eingang zur Werft am Solidaritätsplatz.
Zum Gedenken an die vielen Revolutionen. Wir haben gestern gelernt, dass die entscheidende Revolution nicht 1980, sondern 10 Jahre früher war.
Wir haben für heute eine Schiffstour auf Danzigs Wasserstraßen gebucht. Zum Glück bricht der Himmel auf und die Sonne kommt raus.
Es starten 5 Boote gleichzeitig.
Wir erleben die Stadt von der Wasserseite aus, hier fahren wir auf das Kranentor zu.
Vom Wasser aus lassen sich die vielen Türme der ehemaligen Stadtmauer noch einmal viel besser ausmachen.
Echt beeindruckend.
Wir erfahren von unserem Guide, dass Danzig in den letzten 10 Jahren um rund 20% gewachsen ist. Überall werden vorwiegend Wohnungen gebaut. Die Bevölkerung ist jung und braucht Platz. Ist aber nichts für den Normalverdiener. Viele Wohnungen werden auch von ausländischen Investoren gekauft und über Kurzzeitmietverträge (an Touristen) dem Wohnungsmarkt der Bevölkerung entzogen (kennen wir doch irgendwo her).
Ein weiterer Trend in Danzig, Hausboote anstelle von Hotels oder Ferienwohnungen, sind wohl sehr beliebt und in der Zeit von Ende Mai bis Anfang Oktober nahezu ausgebucht.
Unsere Fahrt dauert fast 1,5 Stunden, aber wir kommen im Trockenen an und haben es wirklich genossen. Allerdings zieht sich der Himmel dahinten ganz schön zu.
1 Minute vor dem starken Regen schaffen wir es in die riesige Food-Hall, die eigens für das neu gebaute Wohnviertel errichtet wurde. Hier gibt es einfach alles zu zivilen Preisen. Wir entscheiden uns heute für Nudeln.
Gregor stellt sich der Herausforderungen (aber nur fürs Bild).
Der Regen hat aufgehört, es ist kurz vor 15 Uhr, wir beschließen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch bis zur Westerplatte zu fahren, Eine gute dreiviertel Stunde sitzen wir im Bus (in der Zeit regnet es in Strömen) und durchfahren das komplette Hafengelände. Das war schon mal ein Erlebnis für sich. Wir haben noch nie so viele Lastwagen auf einmal gesehen.
Wir steigen aus dem Bus und siehe da, die Sonne kommt raus.
Es ist Kaffeezeit, die genießen wir im Café des Museums Westerplatte.
Und nur für uns zeigt sich am Panoramafenster ein wunderschöner Regenbogen.
Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg und laufen die Sight-Seeing Strecke ab.
Hier begann also am 01. September 1939 um 04:45 Uhr der zweite Weltkrieg. Auch wenn unsere Generation da "keine Karten drin hatte", macht es einen schon sehr traurig. Und mal ganz ehrlich, Tina würde das alte Gerümpel wegräumen.
Zum Gedenken an die ersten 8 polnischen Soldaten, die hier in dieser Nacht durch den Überraschungskrieg ihr Leben verloren, ist ein Friedhof für diese angelegt worden.
Wir laufen die gut 1,5 km bis zum Mahnmal (Sonne scheint immer noch).
Das Westerplatte-Denkmal: 1966 zu Ehren der polnischen Verteiger der Westerplatte zu Beginn des Zweiten Weltrkiegs errichtet. Der monumentale Pfeiler ist 25 Meter hoch und besteht aus 36 Granitblöcken.
Wir wachen durch den Regen auf, der stört uns aber heute nicht, den heute steht nur die Fahrt nach Stettin an.
Das wäre ja mal gut, denn am Samstag wollen wir uns die Stadt anschauen.
Wir müssen um 10 Uhr vom Platz, das übliche Procedere. Dann geht es auf die Bahn, Nach Lidl und Tankstelle (wir tanken für 1,77 €/l) sind wir um 10:50 Uhr auf der absolut freien Autobahn, die allerdings dann rund 40 km lang gesperrt ist, wir müssen auf die Landstraßen ausweichen. Hin und wieder regnet es, kurzer Stop für Mittagessen und nach 6 Stunden und 385 km sind wir an der Marina von Stettin.
Es ist die einzige Möglichkeit, mit dem Camper zu übernachten. Die Zufahrt ist (wie schon in den Rezensionen beschrieben) wirklich etwas gruselig. Die "Rezeption" auch, der Platzwart durchaus freundlich. Wir zahlen 150 PLN pro Nacht, das ist schon ordentlich, aber nun ja, so ist das mit den Monopolen.
Das Sanitärgebäude. Es gibt sicherlich bessere.
Dafür stehen wir direkt am Wasser, mit zwei Campern aus Finnland.
Und das ist dann auch sehr schön.
Gregor läuft ein bisschen um den See und siehe da ...
... nach der nächsten Kurve ein schöner Strand, die Einheimischen feiern, was auch immer.
Wir beenden den Tag mit einem schönen Sonnenuntergang.
Eine ruhige Nacht, wir haben gut geschlafen und sind gespannt auf Stettin.
Ja, es gibt bessere. Wenn gleich die Wassermenge Verbesserungspotential hat, die Wassertemperatur ist super.
Wir laufen rund 15 Minuten zur nächsten Bushaltestelle, wir wollen in die Stadt. Tagessticket für eine Person 3,50 € ist ok. Wir nehmen den Schnellbus C.
Der Bus umrundet in knapp 20 Minuten den Hafen und bringt uns in die Innenstadt. Wir bemerken schon bei der Busfahrt im Zentrum, dass alles sehr weitläufig ist. Wir marschieren los zum Königstor. Ein Überbleibsel der Festung Stettins mit Mars, Herkules und anderen Kriegstrophäen. In dem Tor ist ein Café, das aber leider noch zu hat.
Wir laufen weiter zur Jakobs-Kathedrale, die neben dem Dom zu Cammin eine der größten Kirchen Pommerns ist. Sie diente bis 1945 der evangelischen Kirchengemeinde Stettins, wurde dann nach Kriegsende unter der Administration der Volksrebpublik Polens enteignet und wird seit der Vertreibung der einheimischen Bevölkerung von der polnisch-römischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt. Der Bau beeindruckt schon von außen.
Von innen auch, aber aus Prinzip zahlen wir keinen Eintritt für die Besichtigung einer Kirche, insofern nur ein Photo vom Eingang. Eigentlich wollten wir auch auf den Aussichtsturm (der hat einen Aufzug), aber nicht gegen Gebühr.
Unser nächstes Ziel ist das Schloss des Pommerschen Herzöge.
Die Anlage hat 9 Eingänge, wir nehmen den ersten, den wir finden (Eintritt frei).
Die ehemalige Residenz der Herzöge von Pommern und Stettin in Miniaturformat.
Yes, da wollen wir hoch, auch wenn es keinen Aufzug gibt. Sind nur 200 Stufen, allerdings dürfen immer nur maximal 8 Personen oben sein. Wir müssen schon recht lange warten.
Wir steigen auf, schon eine Herausforderung für Tina, ab Stufe 85 war die Eisentreppe offen (mit Blick nach unten). Die auf jeder Etage gespannten Netze werden wohl halten.
Und auch dieser Aufstieg lohnt sich.
Der Blick über die Stadt ist toll, wir haben allerdings auch gutes Wetter.
Wir laufen noch etwas durch die Anlage, um dann in Richtung Hakenterrassen zu gehen. Wie der Zufall es will, findet entlang der Promenade ein riesengroßer Blumen- und Pflanzenmarkt statt. Es wird viel gekauft. Nach unserer Einschätzung sind die Preise ähnlich (teuer) wie in Deutschland, wir machen kein Schnäppchen.
Wir stehen unterhalb der 500 Meter langen Hakenterrasse und blicken auf das Museum. Die am westlichen Ufer der Oder gelegene Anlage entstand zwischen 1900 und 1914 und wurde nach dem langjährigen Oberbürgermeister Hermann Haken benannt.
Immer noch an der Hakenterrasse mit Blick auf das Regierungsgebäude.
Am Ende der Terrasse angelangt laufen wir in Richtung Wasser, um von dort aus die Straßenbahn zu nehmen. Unser nächstes Ziel ...
... der Heumarkt (ja, es gibt ihn nicht nur in Köln) bzw. Rynek Sienny. Der Platz gilt als Mittelpunkt der historischen Altstadt und wurde im 13. Jahrhundert angelegt (so wirken die Pflastersteine auch). Der Name leitet sich in der Tat von dem Heuhandel ab, der hier stattfand.
Um 15:00 Uhr sind wir fertig mit unserer Sightseeing-Tour durch Stettin. Wir sehen auf unserem Rückweg zur Bushaltestelle noch das Alte Rathaus, welches sich ebenfalls am Heumarkt befindet. Das Gebäude gilt als ein bedeutendes Beispiel für Backsteingotik. Gefällt uns.
Pünktlich zur Kaffeezeit sind wir zurück am Yoda. Mehr als einen Tag brauchen wir hier in der Stadt nicht, aber wir bleiben noch bis morgen früh.
Sticker Nr. 7.
Spontane Planänderung: Wir fahren in Richtung Lübeck.
Die Temperaturen sind ja ganz ok und das mit dem Regen schauen wir mal. Wir starten um 10:00 Uhr.
Wir fahren zum Citti-Park in Lübeck, eigentlich ein großes Einkaufszentrum im Centro-Verschnitt, aber mit kostenlosen Stellplätzen für WoMo's inkl. Ver- und Entsorgung.
Ja, das gefällt uns. Jede Stadt sollte so etwas haben. Nach 375 km und rund 6 Stunden später sind wir um 16:00 Uhr in Lübeck.
Wir verteten uns noch etwas die Beine, nach der langen Autofahrt unbedingt nötig.
Unsere Sorge, dass der Platz möglicherweise auch Nachts eine hohe Geräuschkulisse hat, stellt sich als unbegründet heraus, wir haben gut geschlafen.
09:45 Uhr, der Bus hält direkt vor unserer Nase.
Nach 20 Minuten Busfahrt an der Haltestelle Holstentor.
Immer noch schief, aber immer noch schön.
Auch von der Seite zur Stadt hin.
Die Temperaturen sind angenehm zum Laufen, wir sind in der Innenstadt auf dem großen Marktplatz und blicken auf die große evangelisch-lutherische Marienkirche, eine Kirche im gotischen Baustil aus Backstein, einst erbaut in 1334.
Zu unserer Rechten der Langbau des Lübecker Rathauses, im 13. Jahrhundert erbaut und seitdem ununterbrochen Sitz des Bürgermeisters von Lübeck. Das Gebäude gehört - verdientermaßen aus unserer Sicht - seit 1987 zum UNESCO-Welterbe.
Die Fußgängerzone - wie in nahezu jeder Stadt.
Die Jakobi-Kirche, die leider Montags geschlossen hat.
Wir laufen quer durch die Stadt, machen den ein oder anderen Einkauf (Marzipan ist ein Muss), unser Ziel ist der Dom.
Der Dom zu Lübeck, ebenfalls UNESCO-Welterbe, ist eine der ältesten Backsteinkirchen an der Ostsee. 132 Meter lang und 1173 von Heinrich dem Löwen erbaut. Auch diese dient heute der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, ursrpünglich was sie jedoch in katholischer Hand. Uns fasziniert die Anordnung des Altars, der nicht vorne positioniert ist, sondern in mitten der Kirche. Haben wir so noch nicht gesehen.
Oligatorisch, die Kerze zum Segen der Familie.
Hat uns gefallen, ein Besuch ist lohnenswert.
Wir laufen an der Trave zurück und finden auch hier die typischen Lagerhäuser noch aus der ursrpünglichen Zeit des Hansebündnisses.
Um 16:00 Uhr machen wir uns startklar für die Weiterreise. Ver- und Entsorgung am Stellplatz kostenlos, Tanken, Windschutzscheibe putzen und um 16:30 Uhr sind wir auf der Bahn.
Darf natürlich nicht fehlen, Sticker Nr. 8. Unser Abstecher nach Lübeck hat sich gelohnt.
2,5 Stunden später und 202 km weiter kommen wir um 19:00 Uhr an U-Boot-Bunker Valentin in der Nähe von Bremerhaven an. Den wollen wir morgen besichtigen.
Das, was wir sehen können, beeindruckt.
Blick auf das Gebäude vom Seiteneingang aus.
Ja, wir stehen gut.
Punkt 10:00 Uhr, wir starten unsere Besichtigung des Bunkers und freuen uns über das tolle Wetter.
Es sind erstaunlich viele Menschen da, eine Führung beginnt.
Wir informieren uns zuerst in der Ausstellung und lesen dort vieles über die Entstehungsgeschichte des Bunkers, dessen Bau ab März 1943 mit dem Ziel begonnen wurde, dort alle 56 Minuten ein U-Boot XXI herstellen zu wollen. Uns erschreckt die unglaublich hohe Zahl der Zwangsarbeiter (über 10.000) und der Menschen, die dort ihr Leben gelassen haben (über 1.600).
Der Bunker wurde unter der Leitung des Ingenieurs Erich Lackner errichtet, sicherlich planerisch eine große Leistung. Nach Ende des Weltkrieges sollte er eigentlich gesprengt werden, dies hätte jedoch für die umliegenden Häuser ebenfalls Zerstörung bedeutet. Bis 2011 diente er der deutschen Marine als Materiallager, dannach wurde er zum Gedenkort.
Trotz der 2 m dicken Betondecke schlugen 2 zu Testzwecken abgelassene Bomben die Decke durch.
Der Blick von der Flussseite.
Das war der Plan, das Tauchbecken verband den Bunker mit der Weser (die aktuell auf dem Bild Ebbe hat).
Interessant, welche Unternehmen (die es heute noch gibt) an dem Bau des Bunkers beteiligt waren (und gut verdient haben).
Das Mahnmal zum Gedenken an die Zwangsarbeiter wurde erst 1987 errichtet.
Ja, unbedingt einen Besuch wert (auch wenn kein U-Boot darin liegt).
Wir machen uns um 11:30 Uhr "unwissend" zu einer Premiere auf ...
... wir bringen Yoda das erste Mal auf eine Fähre.
Was macht Frau wohl, wenn man auf die Fähre wartet = Hexagon-Jacke. Wir mußten 30 Minuten warten.
Es waren noch ungefähr 1,5 cm bis zum Aufschlagen der Anhängerkupplung auf dem Betonboden, aber es hat geklappt. Beim Verlassen der Fähre ging es allerdings nur mit einem "fahrtechnischen Trick" = schräg fahren. 16,10 € fanden wir einen stolzen Preis.
130 km weiter erreichen wir um 14:15 den sehr schönen, idylischen Stellplatz "Wichter Weg", 12 €/Nacht, Ver- und Entsorgung möglich, inmitten von Nichts.
"Geheimtip" mit einem bestimmten Zweck.
Wir besuchen Alf und erstehen eine betankbare Gasflasche. Unsere nächste "Verbesserung" für Yoda.