YODA on Tour
Cochem-Mosel II 2026
Cochem-Mosel II 2026
Wir besuchen vor unserer Anfahrt nach Pommern noch das Sommerkonzert des Rhein-Ahr-Gymnasiums in Sinzig, bei welchem unsere Enkeltochter Lea mitsingt. Das hat uns sehr gut gefallen, leider mußten wir um 20:00 Uhr das Konzert verlassen, um noch rechtzeitig vor Schließen der Schranke (21:00 Uhr) in Pommern zu sein.
Naja, wir trauen der Wettervorhersage so oder so nicht.
Wir schaffen es bis 21:15 Uhr und haben Glück, die Schranke ist noch auf. Es hat auf der Hinfahrt geregnet.
Wir stehen diesmal auf der rechten Seite des Campinplatzes, B01 und natürlich wieder am Ufer - immer wieder schön (was wir bei unserer Anfahrt nicht wußten: die Frösche laichen zurzeit, mit der entsprechenden Geräuschkulisse).
Es hat die ganze Nacht geregnet (was uns nicht weiter gestört hat) und es gibt einen Frosch, der sitzt gefühlt in der Nacht unmittelbar vor unserem Yoda und gibt sein Bestes, um ein attraktives Weibchen anzuziehen. Wir haben noch nie ein so lautes Frosch-Gequacke gehört. Hat uns doch immer wieder aus dem Schlaf gerissen, deshalb mußten wir etwas länger schlafen.
Heute morgen ist das Wetter noch nicht geeignet, um draußen zu frühstücken, dennoch sind die Temperaturen angenehm warm. Aber wir müssen ja auch erst einmal "aufbauen", denn gestern Abend haben wir einfach nur den Wagen abgestellt.
Nach getaner Arbeit läuft Tina um 12:45 Uhr los, Ziel ist die kleine Kapelle, die man hoch in den Weinbergen vom Campingplatz aus sieht. Den Blick immer aufs Ziel gerichtet, geht es zunächst in den Ort Pommern und dann quer durch die Weinberge bis zu der kleinen Kapelle. Das Wetter spielt mit, will heißen, es bleibt trocken, gleichwohl der Wind schon teilweise heftig ist.
Um 13:15 Uhr angekommen. Die kleine Kapelle wurde 1893 "zum frommen Gedenken an den hochwürdigen Herrn Winand Schmalbach, Definitor und Pfarrer zu Pommern" errichtet. Wie man sieht, wird saniert. Der Abstieg führt dann über den Bittweg wieder runter ins Dorf Pommern.
Wir bekommen an unserem Anleger Besuch von Familie Schwan mit sieben (!!!) Kindern.
So, das Wetter lässt jetzt auch Grillen zu, die Temperaturen sind angenehm bei rund 22 Grad, allerdings ist der Wind immer noch recht stark.
Nach geräuschvoller Nacht (Frosch) und ausgiebigem Frühstück im Freien machen wir uns heute mit den Fahrrädern auf nach Cochem. Wir freuen uns über unsere E-Bikes, denn der Gegenwind ist wirklich stark.
Das Ziel unseres Ausfluges: die Besichtigung des Bundesbankbunkers, der auf der linken Seite der Mosel in einen Berg gebaut wurde. Die Tickets hatten wir schon vorher online gebucht.
Wir sind gespannt, der Bunker ist schon lange als Museum eingerichtet. Wir können uns am Eingangsbereich erste Informationen holen. Der Bau des Bunkers wurde 1959 beschlossen, anschließend gebaut und von 1966 bis 1988 als zentrale Aufbewahrungsstelle für rund 15 Milliarden Deutsche Mark genutzt.
Unser Gästeführer begrüßt uns pünktlich um 12:00 Uhr.
Die Gruppe ist recht groß, verläuft sich jedoch in dem 50 Meter langen Gang. Wir erhalten erste Informationen über den atom- und erdbebensicherern Luftschutzbunker.
Das wäre das Outfit im Falle eines Atomschlages für den Weg nach draußen gewesen. Heute wissen wir, dass es niemals gereicht hätte. Wirklich schön gemacht die Ausstellung des Künstlers Andreas Görzen, dessen Bilder im gesamten Bunker verteilt waren (und für 1 Mio. € separat versichert werden mußten. Insofern wurden wir zur Vorsicht angehalten - nachvollziehbar).
Ja, ok, alte Schalttechnik, die aber funktioniert(e). Wir sind beeindruckt.
Dann endlich, rund 30 Meter unter der Erde, das einstige Lager für die vielen Milliarden Deutsche Mark.
Ist doch recht handlich, so ein Karton mit 2 Mio. DM (so es denn in Hunderten gelagert wird).
Es gab mehrere Einzel- und Großraumbüros, vorgesehen für rund 70 Beamte der Bundesbank, die im Falle eines Falles in diesem Bunker untergekommen wären, nicht zuletzt auch mit dem Gedanken, dass das eingelagerte Geld in kürzester Zeit unters Volk gebracht werden müßte. Ist aber ja dann nicht erforderlich gewesen, wie die Geschichte lehrt.
Wir erfahren den Werdegang der unterschiedlichen Prägungen der Scheine. Es haben in der Tat echte Grafiker und Designer die "Bebilderung" der 4 Scheine entworfen.
Großraumbüro - für die niedrigeren Ränge.
Es wurden 70 Schlafplätze eingerichtet, meist mittels Etagenbetten.
Aber es gab auch "Einzelzimmer" mit Waschbecken.
Die Kantine (das Geschirr gibt es heute noch).
Der Zeitstrahl der Entwicklungsgeschichte.
Neben den 70 Bundesbankbeamten wurde auch den rund 100 Nachbarn der unmittelbaren Nachbarschaft ein Platz in dem Bunker - im Falles des Falles - zugesichert, damit diese Stillschweigen über die Errichtung dessselben behielten.
Abschließend erfahren wir noch, dass der Bunker heute in reiner "Privathand" ist und auch gerne als Feierlocation verwendet wird. Können wir uns gut vorstellen, ist wirklich ein spannendes Gebäude. Die Führung dauert knapp eine Stunde und wir können diese unbedingt empfehlen.
Nach unserer Besichtigung lassen wir uns den Berg wieder runter rollen und fahren zu dem auf der rechten Seite der Mosel liegenden Campingplatz, den wir bei unserer Hinfahrt gesehen haben. Die Camperklause lädt zum Verweilen ein, der kleine Hunger kommt, Gregor nimmt einen Toast Hawai, Tina eine Gulaschsuppe, beides lecker und inkl. Getränken (Kaffee und Cola) noch keine 20 € fanden wir ok.
Nach einem kleinen Bummel über den in Cochem stattfindenden Flohmarkt machen wir uns um 15:00 Uhr wieder auf den Rückweg. Die Stadt wird nun zu voll, bei bestem Wetter kommen die Menschen scharenweise.
Zurück mußten wir nur "die Beine fallen lassen", wir hatten Rückenwind und kommen passend zur Kaffeezeit an. Den Rest des Tages genießen wir das Sommerwetter, natürlich schmeißen wir am Abend wieder den Grill an.
Den Tag schließen wir mit unserer neuen "Sucht-Serie" ab.
09:15 Uhr, beste Frühstückzeit, genießen wir in der Sonne, denn heute heißt es ja schon wieder "abreisen",
Das übliche Procedere, um 11:00 Uhr verlassen wir den Platz und sind sicher, dass wir wiederkommen. Der Platz und die Umgebung ist wirklich wunderschön. Wir nehmen zurück den Weg entlang der Mosel und des Rheins - auch immer wieder schön.